Mal ehrlich;-))

Vor einer Weile gab mir jemand einen gut gemeinten Rat: „Na, Erwachsene lügen halt. Das ist doch völlig normal. Alltag. Nichts Außergewöhnliches.“ Das gehöre sozusagen zum Erwachsensein dazu. Man könnte auch sagen: Das kennzeichne Erwachsene…
Das empfand ich – ungelogen – in dem Moment erstaunlich. 
Heute denke ich: Ja, stimmt. Es gibt diesen einen ersten Moment, da fangen Kinder an, Erwachsene zu imitieren. Sie nehmen sie sich zum Vorbild und beginnen zuweilen – eben, wie die anderen – zu lügen.
Die, die mich gut kennen, wissen um meinen kindlichen Wunsch: „Bitte mich nicht anlügen!“ Mir soll man mitnichten alles erzählen – um Himmelswillen nein! Aber das, was man erzählen mag, möge bitte ehrlich gemeint sein. Selbstverständlich schließt dies Kritik mit ein. Das mag durchaus mal richtig weh tun, aber es birgt die Perspektive auf Beziehung, echte (Ver)Bindung und Begegnung mit dem anderen und mit sich selbst. Alles andere ist ein Sterben in Raten.

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